Ahmadinedschad besucht Ägypten



Bild: © 2013 AFP
Bild/Autor: 2013 AFP
Am Dienstag besuchte Mahmud Ahmadinedschad als erster iranischer Staatschef seit der Islamischen Revolution 1979 Ägypten. Er wurde vom ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi empfangen.

Erstmals seit der Islamischen Revolution 1979 hat ein iranischer Präsident Ägypten besucht: Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi empfing seinen iranischen Kollegen Mahmud Ahmadinedschad, der in der Hauptstadt Kairo ab Mittwoch am Gipfel der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) teilnehmen will. Ahmadinedschad wurde vom Leiter der Kairoer Al-Ashar-Universität zu außenpolitischer Zurückhaltung aufgerufen.

Der Iran dürfe sich nicht in die Angelegenheiten der Monarchien am Golf einmischen, forderte Großimam Ahmed al-Tajjeb anlässlich eines Besuchs von Ahmadinedschad an der Al-Ashar-Universität, die Sunniten in aller Welt als oberste Instanz für religiöse und rechtliche Fragen gilt. Namentlich nannte al-Tajjeb die Golf-Monarchie Bahrain, wo es seit Februar 2011 Proteste der mehrheitlich schiitischen Bevölkerung gegen die sunnitische Dynastie gab. Der Großimam forderte, die Rechte der Sunniten im Iran müssten gewahrt werden. Er verurteilte jede Art der “schiitischen Expansion in sunnitischen Ländern”.

Die Kritik al-Tajjebs an der Politik des Iran, des größten schiitisch geprägten Landes der Welt, war in einer schriftlichen Erklärung enthalten, die beim Besuch Ahmadinedschads veröffentlicht wurde. Zu Beginn seines Besuchs in der Al-Ashar-Universität machte Ahmadinedschad vor Journalisten mit der Hand ein Victory-Zeichen. Al-Tajjeb forderte die Muslime der ganzen Welt auf, die zahlreichen Probleme in ihren Ländern “geeint” zu lösen.

Der Iran und Ägypten unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Teheran hatte sie aus Protest gegen den Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel 1979 abgebrochen. Ahmadinedschad äußerte die Hoffnung, dass sein Besuch die Beziehungen verbessern werde. Laut der ägyptischen Nachrichtenagentur Mena sprachen die beiden Präsidenten über Wege zur Befriedung der Situation in Syrien, ohne dass eine Militärintervention notwendig werde. Während Teheran den syrischen Staatschef Baschar al-Assad unterstützt, fordert Kairo dessen Rücktritt.

Bei Protesten gegen Polizeiwillkür lieferten sich Demonstranten und die ägyptische Polizei in der Nachterneut gewaltsame Auseinandersetzungen. Mindestens 18 Menschen wurden bei den Zusammenstößen in der Stadt Tanta im Nildelta nach Behördenangaben verletzt.

Beamte gingen bei den Ausschreitungen mit Tränengas gegen einen Trauerzug vor, der sich nach der Bestattung des in Polizeigewahrsam gestorbenen Aktivisten Mohammed al-Guindi der Provinzverwaltung näherte, wie Augenzeugen berichteten. Teilnehmer des Trauerzugs und Einwohner bewarfen die Polizisten mit Steinen.



Kairo (AFP)

This entry was posted in DE and tagged by News4Me. Bookmark the permalink.

About News4Me

Globe-informer on Argentinian, Bahraini, Bavarian, Bosnian, Briton, Cantonese, Catalan, Chilean, Congolese, Croat, Ethiopian, Finnish, Flemish, German, Hungarian, Icelandic, Indian, Irish, Israeli, Jordanian, Javanese, Kiwi, Kurd, Kurdish, Malawian, Malay, Malaysian, Mauritian, Mongolian, Mozambican, Nepali, Nigerian, Paki, Palestinian, Papuan, Senegalese, Sicilian, Singaporean, Slovenian, South African, Syrian, Tanzanian, Texan, Tibetan, Ukrainian, Valencian, Venetian, and Venezuelan news

Leave a Reply