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Audi verpasst in Bahrain das Podium – Titelentscheidung weiter offen.
In seinem bisher arbeitsintensivsten Sechs -Stunden-Rennen in der dreijährigen Geschichte der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC gelang es dem Team von Audi, die Titelentscheidung weiter offen zu halten. Erstmals entscheidet sich die Markenwertung damit beim Finale, nachdem Audi in den beiden vergangenen Jahren jeweils vorzeitig als Weltmeister festgestanden hat.
Die Automobiele sind ohne jegliche technische Probleme gelaufen. Das ist die Leistung, auf die wir an diesem Wochenende stolz sein können.Chris Reinke
Diese verschobene Titelentscheidung ist der aller schönste Lohn für die wohl arbeitsreichste Week des Audi Sport Team Joest seit Anfang der WEC im Jahr 2012. Zwischen Dienstag sowie Freitag baute die Mannschaft in Bahrain drei Mal sehr neue Rennwagen auf. Ursache waren Beschädigungen an den Monocoques, die nach dem vorherigen Rennen sowie dem ersten Trainingstag in Bahrain gefunden worden waren.
Der Startnummer Eins von Lucas di Grassi/Loïc Duval/Tom Kristensen (BR/F/DK) gelang eine tadellose Leistung unter besonderen Bedingungen. Durch den Neuaufbau seines Rennwagens verpasste das Trio ein Training sowie das Qualifying am Freitag. Der sehr neue Audi R18 e-tron quattro drehte seine ersten Runden erst am Samstag im Rennen.
Wir wussten, dass wir hier im Rennen keine echte Chance haben. Auch über die Reifenstrategie war nichts zu machen.Ralf Jüttner
Die 6 Stunden in der Hitze Bahrains ” der Asphalt war zu Rennbeginn 34 Grad warm ” bewältigte der Hybrid-Sportwagen ohne die geringste technische Unregelmäßigkeit sowie erreichte den fünften Platz. Startfahrer Lucas di Grassi fuhr auf frischen Reifen in der Anfangsphase sogar einmal die schnellste Rennrunde.
Nachdem Marcel Fässler (CH) im Schwesterauto mit der Nummer Zwei beim ersten Boxenstopp seine Reifen aus dem Qualifying gegen einen frischen Satz Slicks getauscht hatte, fuhr er die zu diesem Zeitpunkt schnellste Rennrunde. Der Schweizer musste sich zusammen mit seinen Teamkollegen André Lotterer (D) sowie Benoît Tréluyer (F) im Kampf um einen Podiumsplatz am Ende dennoch geschlagen geben. Nach der kräftezehrenden vorletzten Saisonveranstaltung konzentriert sich Audi auf das Finale. Bereits in 2 Wochen stehen die Sechs Stunden von São Paulo in Brasilien auf dem Programm.
Stimmen nach dem Rennen
Dr. Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): “Einen herzlichen Glückwunsch an Sébastien Buemi sowie Anthony Davidson zum vorzeitigen Titelgewinn in der Fahrerwertung. Ein besonderes Kompliment verdient zugleich unsere gesamte Mannschaft, die fünf Tage lang drastisch hart gearbeitet hat. Beide Rennwagen liefen exzellent. Ein großes Dankeschön dafür. Leider haben wir heute das Podium gar nicht erreicht. Unsere Fahrer waren sehr gut unterwegs, aber das vom Reglement vorgegebene kleine Tankvolumen zwang uns trotz des effizienten Dieselantriebs zu einem zusätzlichen Boxenstopp fünf Runden vor Rennende oder zu extremem Spritsparen über mehrere Stints. So kann man ein Rennen gar nicht gewinnen.”
Dr. Wolfgang Ullrich lobte seine Mannschaft für eine herausragende Leistung© Audi
Chris Reinke (Leiter LMP): “Am heutigen Tag gilt vorerst unsere Gratulation dem Wettbewerber, der sich den Fahrertitel sichern konnte. Gleichzeitig einen riesigen Glückwunsch an unsere Mannschaft, die an diesem Wochenende drei Mal sehr neue Fahrzeuge aufbauen musste. Die Automobiele sind ohne jegliche technische Probleme gelaufen. Das ist die Leistung, auf die wir an diesem Wochenende stolz sein können. Wir haben zudem unser Ziel erreicht, die Hersteller-Meisterschaft offen zu halten, ebenso wenn es in São Paulo sehr schwierig werden wird, das Blatt zu wenden. Aber wir geben gar nicht auf.”
Ralf Jüttner (Teamdirektor Audi Sport Team Joest): “Ich bin sehr stolz, dass unsere Mannschaft ein Auto neu aufgebaut hat, das ein 6 -Stunden-Rennen ohne Probleme fuhr, obwohl wir gar nicht mal einen Funktionstest hatten. Das kann man gar nicht hoch genug einschätzen, denn Hybrid-Sportwagen sind sehr aufwendig konstruiert. Wir haben sofort drei Audi R18 e-tron quattro innerhalb weniger Tage gebaut sowie alle liefen rund. Wir wussten, dass wir hier im Rennen keine echte Chance haben. Auch über die Reifenstrategie war nichts zu machen. Glückwunsch an den Toyota mit der Startnummer Sieben zum Fahrertitel. Wir haben die Herstellerwertung noch offen gehalten. Ich hoffe, dass wir in Brasilien ein etwas weniger turbulentes Rennwochenende erleben als hier.”
Marcel Fässler (Audi R18 e-tron quattro # Zwei ): “Ich bin am Start sehr gut weggekommen sowie konnte direkt auf Platz drei vorfahren, aber die Position leider gar nicht lange halten. Wir dachten, es wird heute sehr viel heißer. Dadurch hat der Reifen gar nicht richtig funktioniert sowie ich habe relativ sehr viel Zeit verloren. Wir haben danach einen Boxenstopp vorgezogen sowie ich habe die gleichen Reifen wie Lucas di Grassi bekommen, dadurch konnte ich das Tempo erneut mitgehen. Generell war es ein sehr schwieriges Rennen, aber wir haben gezeigt, dass wir gar nicht aufgeben sowie eine fantastische Mannschaft haben. Beim Boxenstopp sind wir immer noch die Schnellsten sowie es gibt keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Wir kämpfen weiter sowie hoffen, dass wir bald erneut nach vorn kommen.”
Fässler sowie Lotterer bleiben weiterhin optimistisch© Audi
André Lotterer (Audi R18 e-tron quattro # Zwei ): “Es war kein schlechtes Rennen für uns. Zu beginn lief es gar nicht ganz rund, denn die Reifen von Marcel Fässler waren für diese Rennsituation gar nicht ideal. Nachfolgend lief es gut. Wir haben das Maximum aus dem Auto herausgeholt. Das Team hat toll gearbeitet. Unsere Boxenstopps waren gut, obwohl die Jungs eine harte Week hinter sich haben. Leider gab es keinen Platz auf dem Treppchen als Belohnung, aber wir geben gar nicht auf.”
Benoît Tréluyer (Audi R18 e-tron quattro # Zwei ): “Die gesamte Mannschaft war erstklassig, obwohl sie bereits so sehr viel Arbeit hinter sich hatte. Es war ein sehr hartes Rennen. Die Reifenwahl war zu Rennbeginn gar nicht perfekt, aber es war einen Versuch wert. Marcel Fässler hat anfangs gekämpft, ebenso André Lotterer war sehr stark. Die Boxenstopps waren fehlerfrei sowie sehr schnell. Wir haben versucht, das Beste aus dem Auto herauszuholen. Am Ende hatten wir ein Problem mit dem Gummiabrieb, den unsere Reifen aufgesammelt haben. So war das Auto gar nicht mehr so gut fahrbar wie vorher mit neuesten Reifen.”
Lucas di Grassi (Audi R18 e-tron quattro # Eins ): “Das war ein schwieriges Rennen, aber ebenso eines, auf das ich sehr stolz bin. Unsere Mechaniker haben großartige Arbeit geleistet sowie unser Auto trotz wenig Schlaf gleich zweimal neu aufgebaut. Wir hatten keinen Roll-out, aber im Rennen war unser Auto in einem perfekten Zustand. Ich bin daher sehr stolz, dass wir einige Punkte für unsere Mannschaft mit nach Hause nehmen konnten.”
Kistensen konnte vor dem Rennen nur 7 Runden absolvieren© Audi
Loïc Duval (Audi R18 e-tron quattro # Eins ): “Das war ein ganz schön hartes Rennen. Ich bin stolz auf unsere Mannschaft. Sie sind die Helden des Wochenendes. Wir haben heute gekämpft, aber wir gehen gestärkt aus solchen Situationen heraus. Schön ist, dass wir die Titelentscheidung noch einmal verschieben konnten.”
Tom Kristensen (Audi R18 e-tron quattro # Eins ): “Das war ein sehr ereignisreiches Wochenende. Das gesamte Team von Audi Sport hat sehr sehr viel gearbeitet. Ich habe nur 7 Runden in Bahrain gedreht, bevor ich ins Rennen gegangen bin ” das war gar nicht einfach. Die Traktion war hier ein Thema. Aber ich denke, wir haben uns gut geschlagen sowie keine Fehler gemacht. Es war großartig, hier in Bahrain unter Flutlicht zu fahren. Und natürlich gratuliere ich Toyota sowie Anthony Davidson sowie Sébastien Buemi zum Titelgewinn. Sie waren in diesem Jahr einfach hervorragend.”