Facebook öffnet die Reklameschleusen
Wirb oder stirb, das scheint das Motto des Netzwerkkönigs Facebook zu sein. Um anständige Umsatzzahlen präsentieren zu können, nimmt der Konzern auch schon mal die Verärgerung seiner Mitglieder in Kauf. Die dürfte den Zuckerberg-Mannen auch durch die massive Ausweitung mobiler Anzeigen auf Smartphones sicher sein, die jetzt eingeführt wurde. Anfang August gab es die ersten Anzeigen im Newsfeed von Facebook-Mitgliedern, die mit dem jeweiligen Inhalt des Profils nichts zu tun hatten. Vielmehr stammten sie von App-Entwicklern, die so zunächst testweise auf ihre Produkte hinweisen konnten. Wer eine der Anzeigen anklickte, gelangte auf die entsprechende Seite im Google Play Store oder iOS App Store.
Seit dem gestrigen Mittwoch hat dieses System die Beta-Phase verlassen und steht nun allen Entwicklern offen, die unter den inzwischen eine Milliarde Mitgliedern des Social Networks Käufer für neu entwickelte Apps und Spiele finden möchten. “Mit diesen neuen Anzeigen können mobile Anwendungen und Spiele aller Größen in jeder Kategorie die passende Zielgruppe maßstabsgerecht erreichen”, heißt es im hauseigenen Entwickler-Blog. Um die Sache potentiellen Nutzern des Werbekanals schmackhaft zu machen, ist die Rede von Erfolgsraten, die 50 Prozent über anderen Werbeformen lägen.
Erklärungsschwierigkeiten bei Microsoft
Nur noch eine gute Woche bis zur Markteinführung von Microsofts neuem Surface-Tablet. Jetzt sollten alle Vorbereitungen abgeschlossen, das Verkaufspersonal mit allen Einzelheiten zur Nutzung des Plattrechners vertraut sein. Sind sie aber nicht, so “The Verge”. Wenige Tage vor Verkaufsbeginn hätten viele Microsoft-Angestellte immer noch Probleme, baldigen Surface-Käufern den Unterschied zwischen den beiden Betriebssystem Windows RT (lauft auf dem Surface) und Windows 8 (läuft nicht auf dem Surface) zu erklären.
Zu dieser Einschätzung kommt der IT-Dienst nach diversen Chats und Telefonaten mit verschiedenen Verkäufern. Die scheinen sich zumeist mit der Version zu begnügen, nach der beide Systeme “ziemlich dasselbe sind, da gibt es keinen großen Unterschied, abgesehen davon, dass RT mehr touch-freundlich ist“.
Das dürfte noch zu manch verärgertem Surface-Käufer führen, wenn der hoffnungsfrohe Neubesitzer feststellt, dass auf dem Windows-Tablet mit RT nur eine abgespeckte Windows-Version läuft, die auf die in den Surface-Computern verbauten, eher leistungsschwachen ARM-Prozessoren zugeschnitten ist. Noch größer wird die Freude angesichts der Erkenntnis werden, dass herkömmliche Windows-Anwendungen auf dem Tablet nicht laufen und daher die Pendants im Windows Store neu besorgt und gekauft werden müssen.
Bahrain verhaftet Männer wegen kritischer Tweets
Bahrainische Behörden haben vier Männer festgenommen, weil sie den König des Landes über Twitter beleidigt haben sollen. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur BNA. Laut Mohammed al-Maskati, Chef der Bahrain Youth Society for Human Rights (BYSHR), wurden sie am Mittwochmorgen verhaftet, nachdem Sicherheitskräfte ihre Computer und andere elektronische Geräte beschlagnahmt hatten.
Die Staatsanwaltschaft wirft den jungen Männern – sie sind alle in ihren Zwanzigern – vor, den König mit Tweets von ihren privaten Accounts aus diffamiert zu haben. Die Angeklagten erwarte ein Gerichtsverfahren, hieß es von offizieller Seite, ein Datum wurde allerdings nicht genannt.
Kritik an König Hamad und anderen Mitgliedern der Herrscherfamilie gilt in dem Königreich als Grenzüberschreitung. Erst letzten Monat musste die Tochter eines inhaftierten Aktivisten für zwei Monate ins Gefängnis; ihrem Anwalt zufolge soll sie in einer Polizeistation ein Bild des Königs in Stück gerissen haben. Im Juni wurde der Menschenrechtler Nabeel Rajab wegen eines Tweets festgenommen; er sollte den Ministerpräsidenten, ein Mitglied der Herrscherfamilie, über Twitter angegriffen und damit eine “nationale Institution beleidigt” haben. Die Verhaftung Rajabs löste heftige Proteste aus. (juh/Reuters)
Auch das noch:
- Mastercard wertet US-Einkäufe für Reklamezwecke aus. Alles anonymisiert, versicherte das Kreditkartenunternehmen am Mittwoch, nur das Einkaufsverhalten der Karteninhaber werde zu Werbezwecken untersucht. Werbekunden bekommen Einblick ins Konsumverhalten, nach Branchen aufgeteilt. Das “MasterCard Audiences”-Programm läuft bereits seit Februar und nur in den USA.
- Programmierer wird als Reddit-Troll enttarnt und fliegt aus seinem Job. Der 49-Jährige hatte zahllose beleidigende und auch pornografische Posts abgesetzt, außerdem unzählige Bilder von leicht bekleideten, minderjährigen Mädchen veröffentlicht.
- Den Google-Kalender gibt’s jetzt auch als App im Google Play Store. Was die Anwender freuen wird, sind die von jetzt ab regelmäßig vorgenommenen Aktualisierungen.
Open all references in tabs: [1 – 5]